Es gab in den letzten Jahren Begegnungen, die nicht gehalten haben. Schöne Verbindungen die intensiv waren, ehrlich, berührend und dann plötzlich einfach nicht mehr da. Aber ich lernte, nicht alles was endet, war umsonst. Manchmal braucht es Zeit, weil der Schmerz zu viel überdeckt. Aber ich stelle immer wieder fest, diese Begegnungen haben etwas mit mir gemacht. Sie haben mir immer wieder aufs neue gezeigt wer ich bin und was ich brauche. Und nein diese Erkenntnisse kommen nicht bei einem Spaziergang oder im Schneidersitz bei Klangschalenmusik, sondern mitten im echten verf***Leben….
Ich habe unter anderem positive Dinge erlebt, die ich so vorher nicht kannte und ich habe dadurch nochmal schmerzlich erkannt, was ich wirklich brauche:
- Ruhe im Kontakt
- Respekt der NICHT erklärt werden muss
- Selbstrespekt, auch MIR selbst gegenüber
- Zuwendung ohne Druck
- Geduld
- Höflichkeit
- Achtsamkeit
- Stille, die nicht weh tut
- Gesehen werden, ohne mich rechtfertigen zu müssen
- Verlässlichkeit, die sich stimmig anfühlt
- Klarheit ohne Härte, Dinge benennen dürfen, ohne zu verletzten oder zu verschwinden
(diese Liste entsteht nicht an einem Nachmittag, sondern über Jahre, Tränen, Aha Momenten, und ein paar sehr langen Nächten)
Übrigens by the way:
Respekt ist kein Bonus im Supermarkt, es ist die verdammte Grundlage für alles!!!Verantwortung ist kein Wellnessprojekt, sondern bleibt auch dann, wenn es unbequem wird.
Lange hielt ich das, was ich fühlte für Sicherheit. Aber ich lernte Sicherheit entsteht nicht durch kurze Intensität. Sicherheit wächst mit Zeit, durch Verlässlichkeit, durch Wiederholung. Mit Menschen die bleiben, sprechen und Verantwortung übernehmen.
Was ich dabei unter anderem erfahren habe war etwas anderes: Einen Vorgeschmack darauf, wie sich gesunder respektvoller Kontakt anfühlen kann. Und weil ich es vorher nicht konnte, hat mein System sich manchmal zu lange festgehalten, obwohl wirklich Entscheidendes fehlte. Ich hielt Ungesundes für normal.
Und an dieser Stelle hört mein milder Ton kurz auf:
Denn ganz ehrlich:
Ich habe so richtig die Schnauze voll!!!
Mich ständig anzupassen. Ich habe kein Bock mehr auf Ignoranz, Rückzug und Respektlosigkeit, ich bin müde davon Nähe zu wollen und Unsicherheit zurückzubekommen. Müde davon zwischen den Zeilen lesen zu müssen, müde davon so zu sein, dass das Gegenüber mich gut findet. Und dabei den Schutz des Anderen wichtiger zu nehmen als meinen eigenen!
Respekt ist kein Bonus, kein Nice to have. Es ist BASIS.
Veränderung muss her. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie genau, aber ich habe kein Bock mehr auf diesen verdammten Schmerz, kein Bock mehr schlecht behandelt zu werden, während ich mein Herz, meinen Körper, meine Wärme, mein Vertrauen, meine Offenheit und meine Ehrlichkeit gebe.
Es ist einfach kein Spiel, es ist ECHT!
Meine Erfahrung mit Nähe war lange so: Nähe war da, und dann plötzliches Schweigen. Verbindung war da, aber keine Klarheit. Oder auch Nähe bei Menschen, die wechselhaft waren, mal intensiv, mal kalt, mal entziehend, ungesundes Konfliktverhalten, Angriff, Abwertung, Umdeutung, nicht Rückzug sondern Übergriff. Rückblickend erstaunlich, wie lange man denkt: „ach, das wird schon“. Während das innere schon längst Alarm schlägt. Es gab in meinem Leben nie echte Sicherheit, mein System hat gelernt mit Unklarheit zu leben, also blieb ich immer länger als mir gut tat.
Deshalb schmerzt der Abbruch von etwas “scheinbar Gutem” so sehr. Weil Nähe da war, aber leider keine Klarheit. Aus Unsicherheit habe ich immer wieder versucht die Verbindung zu halten, statt früh genug BEI MIR zu bleiben. Aus Angst etwas echtes zu verlieren. (krasse emotionale Selbstüberschätzung)
Nun lerne ich nicht die Nähe tut weh, sondern Nähe ohne Selbstrespekt und ohne klare Worte. Das tut weh! Deshalb haben mir diese Begegnungen etwas sehr klares beigebracht etwas worauf ich nie wieder verzichten möchte:
- Ruhe im Kontakt
- Frühe Klarheit
- Verantwortung statt Rückzug
- Nähe, die nicht bestraft wird
- Respekt der NICHT erklärt werden muss
- Selbstrespekt, auch MIR selbst gegenüber
- Zuwendung ohne Druck
- Geduld
- Höflichkeit
- Achtsamkeit
- Stille, die nicht weh tut
- Gesehen werden, ohne mich rechtfertigen zu müssen
- Verlässlichkeit, die sich stimmig anfühlt
Ich hätte mir viel früher selbst zuhören sollen. Weniger Drama, mehr Würde!
Natürlich sehe ich auch meinen eigenen Anteil. Meine Angst, mein Festhalten, mein Wunsch etwas zu retten, statt rechtzeitig bei mir zu bleiben.
Wer meine Klarheit nur erträgt, wenn ich mich selbst dabei abwerte, hat kein Interesse an Begegnung auf Augenhöhe. Hier beginnt für mich Selbstrespekt.
Mir wird immer klarer: Ein zurück gäbe es nur noch durch klare Handlungen des Anderen! Unfassbar schade, aber auch das ist Selbstrespekt. Und das was geblieben ist, dafür bin ich dankbar. Ein neuer, gesünderer innerer Maßstab. Ein besseres Gefühl für Ruhe. Vor allem ein neues Verständnis von Nähe. Und vielleicht auch die neue Fähigkeit mehr bei mir zu bleiben.
Diese Menschen sind leider nicht mehr da, aber sie sind trotzdem zu meinem täglichen positiven inneren Anker geworden, eine Erinnerung daran, wie ich sein möchte, und wie ich mich nicht mehr verlieren will.
Vielleicht war das der Sinn, denn nichts im Leben passiert ohne Grund. Und wenn das so ist, dann waren diese Menschen kein Umweg, dann waren sie ein Teil meines Weges, auch wenn es noch immer schmerzt. Ich habe genug verloren, um zu wissen dass ich mich selbst nicht mehr verliere.
Ich bin kein Ort, an dem man kurz parkt und dann wortlos einfach verschwindet.
Ich arbeite übrigens noch daran, das alles nicht nur klug zu schreiben, sondern auch konsequent zu leben. Fortschritt!! Reicht…
eure Nadine
